Irgendwann fällt einem dann doch die Decke auf den Kopf wenn man nur dem Regen zuhört, der auf das Dach prasselt. Die frischen Lebensmittel neigen sich dem Ende, ein kleiner Einkauf ist notwendig. Also ziehen wir weiter über Kuusamo (zum Einkauf) am östlichen Rand von Finnland und dann wieder Richtung Oulu (an der Ostsee) bis Pudasjärvi. An der Rezeption des Campingplatzes bedient uns die Mitarbeiterin derartig unfreundlich, außer dem Preis für eine Nacht ist sie nicht in der Lage, auch nur ein weiteres Wort freiwillig zu erzählen. Wir fragen trotzdem nach, wo es Trinkwasser gibt und wo die Toiletten und Duschen sich befinden. Eigentlich liegt der Platz ganz schön im Wald am Ende des Schotterweges, beherbergt Esel, Ponys und Lamas in einem Freigehege, sieht auf den ersten Blick ganz nett aus. Die Hütten sind auf dem Hügel gelegen, in direkter Nähe zum Freigehege, die Sanitäranlagen sind eher ein Notbehelf und die meisten Hütten sind von einer Gruppe Asiaten belegt. Sind das die Asiaten, die von Süd nach Nord gekarrt werden zum Beeren-Pflücken, so dass für die Einheimischen keine Beeren mehr übrig bleiben? Zumindest in Schweden scheint das ein Problem zu sein, ob das hier in Finnland ähnlich ist, wissen wir nicht. Es sieht allerdings schon so aus, als ob die Gruppe etwas zu Verheimlichen hätte, mit ihren abgedeckten Kisten, die auf Anhänger verfrachtet werden. Wir genießen trotzdem, dass es mal nicht regnet und dehnen unseren Verdauungsspaziergang über die Schotterpiste bis zum Flugplatz aus, danach wird es auch schon dunkel.
Wir sind zurück in der Zivilisation. Vielleicht haben wir unsere Erwartungen inzwischen derart zurück geschraubt, aber Oulu ist tatsächlich mal eine Stadt mit Stadtkern, Einkaufsmöglichkeiten, einladenden Restaurants und schönen Plätzen. Der erste Nachmittag und Abend ist äußerst stürmisch bei Windgeschwindigkeiten von 41 km/h, in Böen 56 km/h. Die Regentropfen kommen dann auch nicht direkt von oben, was für Brillenträgerinnen ärgerlich ist. Für den nächsten Tag ist Regen angesagt, da freuen wir uns wie die Schneekönige, dass es schon am Vormittag trocken wird. Da geht man gleich viel lieber in die Stadt, wenn man gar nicht nass wird dabei. Und als erstes testen wir den Alko, er hat tatsächlich noch Schladerer Kirschwasser, da greifen wir gleich zu. Und aus dem Alko fallen wir direkt in den nächsten Einkaufsmarkt ein, Stockmann. Und dort gibt es tatsächlich eine offene Käsetheke, es riecht verführerisch, da lassen wir die Packungen links liegen und decken uns erst mal mit der richtigen Mischung für ein Käsefondue ein. Und zu guter Letzt öffnet sich sogar die Wolkendecke und die Sonne lugt hervor! Das ist mal etwas Neues zum Käsefondue, aber diesmal stimmt die Käsemischung und auch das Baguette ist nicht süß und knusprig. So langsam kommt die Welt wieder in Ordnung.
Marktpolizist in Oulu, Finnland
Kaufhalle in Oulu, Finnland
Oulu, Finnland
Oulu, Finnland
Küste, Oulu, Finnland
Küste, Oulu, Finnland
Der kommende Tag wird mit mehr als 9 Sonnenstunden vorhergesagt, da waren dann wahrscheinlich einige Stunden vor dem Aufstehen mit drin. Aber die lockeren Wolken halten sich bis zum Nachmittag, so dass der Gang in die Stadt mit einem Eis verbunden werden kann, Eis auf dem Marktplatz. Etwas schwierig zu erklären in der finnischen Sprache, aber es gibt immer noch Zeigefinger und Nicken bzw. Kopfschütteln. Wir nutzen das schöne Wetter um den größten Park von Oulu zu besuchen, Hupisaaret, der überall gespickt ist mit diversen Skulpturen und Kunstwerken, durchzogen von Kanälen, mit Rosengarten, einigen seltenen Baumarten und Pflanzen und natürlich einem Cafe. Ein bisschen muss man auf die militanten RadlerInnen achten, die ohne Rücksicht auf Verluste durch den Park und die ganze Stadt heizen. Wir krönen den Tag mit einem gegrillten Lachs und versöhnen uns wieder etwas mit Finnland.
Dom von Oulu, Finnland
Rathaus, Oulu, Finnland
Kuluva aika, Oulu, Finnland
Oulu, Finnland
Oulu, Finnland
Oulu, Finnland
Tornio oder auch Torneå (schwedische Bezeichnung) ist die finnische Stadt an der Grenze zwischen Finnland und Schweden. Das Foto beschreibt die Stimmung sehr gut, in Haparanda, der schwedischen Stadt ist es allerdings auch nicht besser. Hier findet man die nördlichste Filiale von IKEA, zumindest momentan noch, die schwedischen Nachrichten hatten von der Schließung dieser Filiale berichtet. Diese beiden Grenzstädte bestehen in erster Linie aus Geschäften, in denen die Finnen schwedische Produkte kaufen können und die Schweden finnische, oder so. Die Grenze ist faktisch nicht vorhanden, es gibt noch nicht einmal mehr die blauen Landesschilder mit den Europa-Sternen. Die ehemalige Grenze ist symbolisiert in einem Kanal, über den viele kleine Brücken führen, und eine Skulptur ist dort positioniert für eine gute Nachbarschaft. Witzig finde ich die Idee, Finnland auf schwedisch auszuweisen, und Schweden auf finnisch (Ruotsi).
Tornio, Finnland
Tornio, Finnland
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