Leider war uns das Wetter nicht hold, die regenfreien Abschnitte sind zu kurz für eine längere Wandertour zum See. Zumindest den Abendspaziergang nutzen wir noch, um norwegischen Boden zu betreten. Die Grenze ist mit einem Gedenkstein versehen, der nördlichste Punkt der EU, ansonsten gibt es nur den Hinweis, dass die nächste Zollstation in 3 km Entfernung in Polmak liegt - und am Wochenende geschlossen ist, eingeführte Waren bitte zwischen 9 und 17 Uhr verzollen.
Wir würden gerne noch ein bisschen Sommer mitbekommen, hier färben sich bereits die Blätter bunt, sofern es überhaupt noch Birken gibt. Auf der Fahrt Richtung Ivalo fallen die unglaublichen Mengen an Pilzen am Straßenrand auf, hier ist es halt wirklich richtig feucht und es gibt kaum Pilzesammler. Eventuell liegt es aber auch daran, dass diese Pilze giftig oder ungenießbar sind, um das zu beurteilen reichen unsere Pilzkenntnisse nicht aus. In Ivalo liegt der angepeilte Campingplatz direkt an der Straße E 75, das ist uns zu ungemütlich, also blasen wir durch bis Sodankylä. Diesen Platz kennen wir bereits, glücklicherweise ist wenigstens ein Teil der Campingwiese wieder abgetrocknet und nur noch ein kleiner Teil steht unter Wasser und so lassen wir nach dem Essen im "Piitsi Pubi“ den Tag mit einem Verdauungsspaziergang an der alten Kirche vorbei über den Naturlehrpfad ausklingen.
Grenze Finnland / Norwegen
Grenze Finnland / Norwegen
Grenze Finnland / Norwegen
Die Fahrt gestern war ziemlich lang, dafür ist die Strecke von Sodankylä nach Rovaniemi kürzer. Wir erreichen schon vor 14 Uhr den Stadt-Campingplatz und sind gespannt auf die Stadt. Die letzte Stadt-Besichtigung liegt schon einige Zeit zurück, wir freuen uns auf einen netten Spaziergang. Beim Start setzt der erste Schauer ein, der Wind ist stürmisch, die Brücke über den Kemijoki ist für die Autos überdacht, da der Zug drüber fährt und die FußgängerInnen und RadlerInnen sind dem stürmischen Regen ausgesetzt - wegen einer Baustelle auch noch auf der Wetterseite. Zum Glück hält der Schauer nicht lange an, genauso wie alle folgenden Schauer und die sonnigen Abschnitte auch, und so gelangen wir in die Innenstadt. Diese Stadt ist im Reiseführer interessanter dargestellt als wir sie erleben, unsere Erwartungen werden ziemlich enttäuscht. Heute gehen wir zum zweiten mal in Finnland in ein Cafe, es ist unfassbar teuer (2,90 € für einen Kreppel, die 5,20 € für ein Stück Schokoladentorte waren Heiko dann doch zu viel) und auch die asiatischen Restaurants behalten ihre Speisekarte lieber für sich - oder bieten Buffet an. Wir sind aber keine Buffet-Liebhaber und beschließen, wieder selbst zu kochen. Mit dem teuersten Campingplatz der bisherigen Tour arrangieren wir uns auch nur für eine Nacht. Uns bleibt die Hoffnung, dass Finnland unsere Herzen doch noch irgendwann erobern wird.
Sodankylä, Finnland
Rovaniemi, Finnland
Rovaniemi, Finnland
Rovaniemi, Finnland
Wenn die Stadt (Rovaniemi) noch nicht ganz unsere Erwartungen erfüllt, dann können wir auch wieder in die Wildnis ohne Bebauung und Straßenverkehr. Der erste Anlauf für einen Campingplatz ist nicht von Erfolg gekrönt, wir finden den Weg, kommen mit unserem relativ großen Hälge auch über die schmalen Schotterwege hin - dann ist aber niemand vor Ort. Das Telefonieren ist uns zu aufwändig, in diesen Breiten ist Englisch nicht ganz so weit verbreitet, abgesehen von unseren inzwischen verdrängten Englisch-Kenntnissen. Also fahren wir weiter Richtung Osten und biegen erst mal zum Auttiköngäs ab, ein Wasserfall mit Naturlehrpfad und (in der Hauptsaison geöffneten) Cafe am Parkplatz (jetzt ist Nachsaison). Auf den aufgestellten Tafeln kann man nachlesen (sogar in Englisch ????) dass die Holzrinne nicht als Fisch-Treppe dient (wie wir ursprünglich vermuten) sondern von den Holzarbeitern genutzt wurde, um die Stämme über den Fluß zu flößen.
Auttiköngäs, Finnland
Auttiköngäs, Finnland
Auttiköngäs, Finnland
Weiter Richtung Osten erreichen wir kurze Zeit später den Campingplatz von Posio. Mitten im Wald gelegen, selbstverständlich direkt am See, ein Hotel mit Restaurant, verschiedene Varianten von Hütten und Seevillen. Die Plätze sind zwar schmal aber es herrscht eine himmlische Ruhe und außer uns sind nur noch jeweils etwa 3 - 4 andere Camper hier. Die Duschen sind mal wieder benutzbar, die Küchen bieten 2 Backöfen, es gibt einige Wanderwege, das hört sich doch sehr gut an. Das Ganze heißt Himmerki, laut Prospekt die Abkürzung aus einem Ausruf eines schwedischen Pastors „Det är himmelriket! - Das ist das Himmelreich!“ Der erste Rundgang nach dem Abendessen verspricht einige Möglichkeiten zum Wandern, wir freuen uns! Wir bemerken jetzt so richtig, dass es nachts wieder dunkel wird, auch darüber freuen wir uns. Die Freude wird durch den einsetzenden Regen etwas getrübt, als es nicht mehr möglich ist sich in normaler Lautstärke zu unterhalten bzw. Radio zu hören, weil der Regen derartig laut auf das Dach prasselt. Aber wenn es nachts regnet, ist es ja nicht so schlimm, Hauptsache tagsüber gibt es trockene Abschnitte.
Nächster Tag: Es regnet.
Nächster Tag: Es regnet.
Nächster Tag: Es regnet.
Posio, Finnland
Posio, Finnland
Posio, Finnland
Posio, Finnland
Posio, Finnland
Erwähnenswert: Der Backofen in der Küche funktioniert, das Brot ist sehr gut gelungen. Wie es schmeckt, erfahren wir nicht, das nachträglich im Mehl entdeckte Ungeziefer verdirbt uns den Appetit. Neuer Tag, neues Brot. Und dann doch ein paar Unterbrechungen im Regen, Spaziergänge mit kleineren und größeren Schauern. Ich bin inzwischen davon überzeugt, die drapierten Steine gehören zu dem Schamanenpfad, von dem ich allerdings nur Lesen konnte, Führungen darin und darüber gibt es im Juli.
Bis jetzt haben wir sehr viele Rentiere auf der Straße gesehen, dieses Jahr erst einen einzigen Elch, deshalb stellvertretend hier ein Foto von einem Ren, dem es sehr gefallen hat, auf der Straße zu flanieren und sich in keinster Weise um die Autos gekümmert hat.
Posio, Finnland
Posio, Finnland
Posio, Finnland
Ala-Kitka, Posio, Finnland
Rentier
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