Am Montag starten wir zeitig, wir wollen zu einer Werkstatt in Kristinehamn, die wir von HPC genannt bekamen. Es ist eine Werkstatt, die Wohnmobile repariert und auch vermietet, Nordic Husbilar. Schon die Dame am Empfang erklärt uns, dass es keine Termine gibt, sie sind komplett ausgebucht. Wir wollen nur wissen, ob man die Hubstützen reparieren kann oder ob sie ausgetauscht werden müssen und warten, bis jemand sich unser Problem anschauen kann. Der kommt auch, sieht sich die Fotos und auch die eine Hubstütze an und verspricht, sich mit HPC in Verbindung zu setzen und sich am Dienstag zu melden. Wir gehen daraufhin erst mal in Karlstad groß einkaufen, auch eine Sim-Karte von Telia, dem größten Telefonanbieter Schwedens, steht auf dem Einkaufszettel und dann suchen wir uns einen Campingplatz. Direkt am Nedre Fryken gelegen werden wir fündig, allerdings überzeugen uns weder die Sanitäranlagen noch der Platz an sich, er ist uns zu uneben und deshalb geht es am Dienstag weiter Richtung Norden, nach Mora.
Wir starten am Dienstag Richtung Norden, da in dieser Woche sowieso keine Aussicht auf Reparatur besteht und in Mora auch eine Werkstatt ist, die laut Webseite HPC Hubstützen einbaut. Auf dem Weg nach Mora halten wir noch an einem Cafe, das an einem ehemaligen Eisenerz-Hochofen gelegen ist. Das ist ein imposantes Gebäude und dort haben sie auch Kaffeestückchen für uns.
Das Navigon-App hat uns einen Campingplatz vorgeschlagen, der relativ klein ist mit etwa 20 Stellplätzen und ruhig gelegen. Wir wollen dort über Mittsommer stehen bleiben, da können wir evtl. den großen Saufgelagen, die auf den Schwedischen Campingplätzen so üblich sein sollen, entgehen. Wir wundern uns etwas, dass kein Schild am E 45 auf den Campingplatz hinweist, fahren erst mal eine kleinere Schotterpiste entlang, bis diese in einen Waldweg einmündet. Dort wird gewendet und die andere Abzweigung genommen. Der Schotterweg ist etwas besser, allerdings merkt man den Regen der letzten Nacht, es ist sehr schlammig. Am Ende des Weges, nur noch links abbiegen und "... nach 200 m haben Sie das Ziel erreicht." So viel zur Theorie des Navigon. In der Praxis landen wir auf einem Privatgrundstück, ohne Möglichkeit zum Wenden, auf der rechten Seite erkennt man den See - aber man kommt nur zu Fuß über Privatgrundstücke hin. Zum Glück gibt es Rückfahrkameras, diesmal darf Heiko damit üben, und als wir glücklich wieder auf dem E45 ankommen sieht Hälge aus wie im Schlamm gebadet. Da freuen sich die Mechaniker in der Werkstatt bestimmt, wenn sie sich drunterlegen dürfen um nach der Hubstütze zu sehen!
Hälge, Mora
Blick auf Siljansee, Mora
Also keine weiteren Experimente, wir fahren zu einem anderen Platz direkt in Mora, dann aber doch etwas außerhalb gelegen direkt am Siljansee, nicht allzu groß, dafür aber teuer mit 350 SEK pro Nacht. Wegen des Mittsommerfestes buchen wir mal bis Samstag, Mora ist ja auch ein nettes Städtchen und vielleicht wird uns ja geholfen. Die Werkstatt aus Kristinehamn hat sich auf alle Fälle nicht gemeldet.
Da sich die Werkstatt aus Kristinehamn nicht meldet, fahren wir zur WoMo-Werkstatt Pecuna in Mora. Dort erklären sie uns sehr freundlich, dass sie seit einem halben Jahr kein HPC mehr einbauen, weil ihnen der Aufwand zu hoch. Sie bauen konsequenterweise überhaupt keine Hubstützen mehr ein. Aber wir bekommen eine Empfehlung für eine Werkstatt südlich von Stockholm (etwa 350 km Entfernung), die wir dann per Mail anschreiben. Daraufhin meldet sich der Ansprechpartner von HPC, er ist beeindruckt von unseren Schwedisch-Kenntnissen, und versucht uns weiter zu helfen. Er hat offenbar inzwischen die Fotos angesehen, die wir ihm geschickt hatten und er erkennt die Halterung nicht, das hat er noch nie gesehen. Deshalb kriegen wir jetzt die kompletten Montageanleitungen und Detailzeichnungen der Einzelteile - die wir bisher noch nie gesehen haben. Und dann beginnen die Telefonkonferenzen mit HPC in den Niederlanden, dem schwedischen Vertriebsverantwortlichen von HPC, einer Werkstatt in Malmö (ca. 650 km Entfernung), die Krankenwagen repariert und wartet und zuguter Letzt mit Orthos. Wenn wir den Karosseriebauer in Malmö richtig verstanden haben (er spricht einen grausligen schonischen Dialekt und dafür ziemlich schnell) dann ist die Halterung ein Konstruktionsfehler und ein Austausch mit Neueinbau ist zu teuer. Herr Lohmann (Orthos Reisemobile) ist mal wieder zu einer Messe gefahren, seine Frau bringt Heiko auf die Palme (das konnte bisher nur Heikos Oma in dieser Form!) und wir beschließen, die Anlage wieder ausbauen zu lassen, wenn auch erst im Herbst oder Winter, wenn der inzwischen recherchierte Mechaniker in Speyer Zeit hat, eine andere Anlage einzubauen. Allerdings versucht anschließend Herr Lohmann eine Lösung des Problems zu finden und so warten wir mal wieder auf einen Anruf mit Lösungsvorschlag.
Zum Glück scheint die Sonne, hier gibt es nur die üblichen Stechmücken, und Heiko meint, er ist nur in Schweden, um die Mücken alle zu erschlagen! Deshalb zählen wir alle, unabhängig ob wir sie vor oder nach dem Stechen erwischen 😀.
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