Wir hatten das sonnige Wetter am Samstag noch zum Grillen genutzt und bis 10 °C draußen gesessen, den Abend dann aber doch drinnen beschlossen. Bei 5,6 °C auf dem Außenthermometer sind wir dann ins Bett. Wir konnten uns in Putbus nicht entschließen, das Paedagogium zu mieten, es liegt zu zentral, nicht ruhig genug ????.
Am Montag Vormittag ist es ziemlich kühl als wir den Stellplatz verlassen um nach Sassnitz zur Fähre zu fahren. Wir sind früh dran, die Fähre kommt erst an, und unsere Hoffnung auf eine moderne Fähre wird leider nicht erfüllt. Aber die 4 Stunden gehen auch rum und dann rollen wir im Hafen von Trelleborg vom Schiff Richtung Osten, zum Campingplatz direkt an der Ostsee. Beim Spaziergang zum nächsten Geldautomaten können wir uns teilweise nicht unterhalten, sonst heißt es Fliegen essen - zum Glück keine Stechmücken!
Die Wettervorhersage ist sehr unerfreulich, am Donnerstag soll es 35 mm Regen geben. Das wollen wir nicht mitkriegen! Also beschließen wir, doch nicht an der Süd-Ostküste entlang zu fahren sondern doch ab durch die Mitte den E4 hoch bis Värnamo, wo uns ein gemütlicher Campingplatz direkt am Fluß Lagan erwartet, mitten in einem Mischwald, mit ebenem Stellplätzen und schönen Holzbänken. Auch hier ist der Unterschied zwischen Deutschen und Schwedischen Campingplätzen und Rastplätzen spürbar: in Schweden sind alle Toiletten und Sanitärgebäude beheizt, und es gibt warmes Wasser zum Händewaschen.
Värnamo hat nicht allzu viel für Touristen zu bieten, das Wetter wird ebenfalls schlechter, da fahren wir gleich weiter zum Tiveden Nationalpark. Den Campingplatz Stenkällegården fahren wir bereits zum dritten Mal an, bisher hat er uns sehr gefallen. Nach den anstrengenden Fahrtagen planen wir erst einmal bis zum Wochenende zu bleiben. Jetzt gibt es zum ersten Mal seit dem Einzug ins WoMo selbst gebackenes Brot, die Waschmaschine wird ausgiebig genutzt und ansonsten gegrillt. Allerdings lernen wir hier Mücken kennen, die wir bisher noch nicht kannten. Laut schwedischem Wikipedia handelt es sich um "Knotts", sind das die gefürchteten Blackflies? Auf alle Fälle sind sie unglaublich winzig, 2 mm groß und kommen deshalb auch durch das Fliegengitter durch. Leider sind die Stiche unglaublich lange sichtbar und leider jucken sich auch äußerst intensiv und lange und Staphisagria versagt bei diesen Mücken.
Am Freitag fahren wir dann mal einkaufen, Wasser ablassen und neu tanken, und dann nimmt das Drama seinen Lauf. Erst bieten wir unseren Campingnachbarn großes Kino beim Abstellen auf dem Platz - einen Meter vor, doch noch zurück, dann einen Meter nach links... - und dann will die Hubstützanlage das Fahrzeug nicht mehr ausrichten. Bei näherem Hinsehen, mehrmaligem Umrunden, hoch und runter fahren der Hubstützen ist klar: der Klügere gibt nach, in diesem Fall die linke hintere Hubstütze. Nach dem Ausfahren neigt sie sich immer weiter zur Seite, wird schiefer und schiefer.
So etwas passiert natürlich immer nur am Freitag Nachmittag, kurz vor dem Wochenende. Jetzt kennen wir den deutschen Ansprechpartner von HPC, telefonieren mit Orthos, mit HPC, recherchieren nach Werkstätten in Schweden, und und und. Das Ganze wird noch erschwert dadurch, dass wir mit dem Provider von unserer Sim-Karte, Tre, auf dem Platz keinen Empfang haben. Der Webmaster vom Campingplatz scheint leider Ahnung zu haben, den einzigen Anschluss, den sie zulassen, habe ich auf meinem iPhone, keine Möglichkeiten zur Nutzung des Hotspots oder ähnlichem.
Am Freitag Abend startet das Radrennen rund um den Vättern, etwa 300 km lang. Um 22 Uhr starten die Profis, ab 1 Uhr am Samstag Morgen werden die Amateure gruppenweise losgeschickt. Wie die Strecke genau verläuft bringen wir leider nicht in Erfahrung. Aber sie scheint über den Anfahrtsweg zum Nationalpark zu führen, deshalb beschließen wir bis Montag zu verlängern. Am Samstag spazieren wir zur Straße und feuern die Radler und Radlerinnen lautstark an. Die anderen Zuschauer, die mit Stühlen bereits an der Strecke sitzen, sind noch etwas zurückhaltend, aber meine Bravo-Rufe und Klatschen sind offenbar ansteckend und sie schließen sich unserem Getöse an. Die RadlerInnen sind immerhin noch in der Lage zu lachen, sich zu bedanken, zu winken - obwohl sie noch 90 km vor sich haben und es auch leicht bergauf geht. Etwas seltsam finde ich es schon, dass der Straßenverkehr überhaupt nicht angehalten oder in irgendeiner Form abgesperrt wird. Autos, Lkws und Busse fahren hinter und neben den RadlerInnen vorbei, das wäre nichts für mich.
Radrennen
Radrennen
Radrennen
Beim Spaziergang kommen wir an einer Kapelle mitten im Wald vorbei, Ösjökapell, die malerisch von Bäumen eingesäumt ist mit einem kleinen Friedhof. Ein paar Meter weiter oben an der Rennstrecke kommen wir wieder an die Straße und fotografieren auch mal einen Pulk, der gerade vorbei kommt.
Tividentrolle
Kapelle Karlsborg
Kapelle Karlsborg
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