Montag! Heute wird die Tür zwischen Esszimmer und Küche ”ausgebaut” und der Durchgang erweitert. Da der Elktriker noch nicht ganz aufgeholt hat - und ich zugegebenermaßen auch noch Zusatzwünsche habe wie ”mache aus der Esszimmerlampe, die an der Fensterlampe angeschlossen ist, mit Kabel an der Decke eine richtige Deckenlampe ohne sichtbares Kabel” - ist der Durchbruch schnell herausgesägt und die Kabelkanäle hängen unmotiviert im Zwischenraum. Alles kein Problem für den Elektriker, der auch unsere Sonderwünsche mit den neuen Lichtschaltern immer wieder gerne umsetzt. Unsere Vorstellungen, wann die Steckdosen und Schalter horizontal und an welchen Stellen vertikal verlegt werden sollen stimmen in 100 % der Fälle nicht mit seinen Vorstellungen überein. Aber nach kurzen Diskussionen setzt er unsere Vorgaben dann selbstverständlich um. Außerdem fragt er uns, warum wir zwei Unterputzsteckdosen nebeneinander haben wollen und keine Doppelsteckdose auf eine Unterputzdose draufgesetzt. Das versteht er überhaupt nicht. Dass diese aufgesetzte Doppeldose einfach häßlich ist, kann er zwar nicht nachvollziehen aber darüber muss er ja nicht nachdenken (und tut er auch nicht). Viel faszinierender ist für mich, dass die komplette Schaltzentrale für alle Lampen über der Deckenlampe im Flur versteckt ist. Wenn eine Änderung der Schalter erforderlich ist, muss er die Deckenlampe abschrauben, das Kabelgewirr dort herausziehen - und irgendwann funktioniert es so, wie es soll.
Das frühe Aufstehen steckt uns noch in den Knochen - wir stehen tatsächlich auch am Samstag noch vor 9 Uhr auf. Das erweist sich im Nachhinein als wirklich genial: schon gegen 11 Uhr stehen die Käufer der alten Küche vor der Tür. Mit Geländewagen - hier braucht man das tatsächlich, im Gegensatz zum Frankfurter Westend - und mit stabilem Anhänger, zwar mit relativ kurzen Abmessungen dafür aber für größere Lasten ausgelegt. Der Vater ist ein Stapelkünstler, Sohn und Tochter tragen eifrig die Küchenteile über das Gelände und Pappa verstaut professionell. Glücklicherweise brauchen wir gar nicht so viel zu helfen, alles klappt wie am Schnürchen, sogar der Herd passt noch ins Auto und schon nach 90 Minuten treten sie den Rückweg an.
Ich finde es immer wieder faszinierend, dass jegliche vermeintliche Altlasten, wie z.B. eine 30 Jahre alte Küche mit Herd (ohne Heißluft mit defekter Lampe, jedoch mit Cerankochfeld) von irgend jemand noch gebraucht werden und das Ganze verkauft werden kann. Wir freuen uns, dass wir mindestens zwei Fahrten zum Bauhof mit dem Anhänger gespart haben, die Käufer freuen sich über eine Küche, die sie wahrscheinlich in ihr Ferienhaus einbauen können. Alle sind zufrieden. Wir hoffen, dass auch die Türen so gut zu verkaufen sind. Meine Vermutung ist, dass es einfacher ist, etwas zu verkaufen, wenn der Ausbau vom Käufer nicht selbst noch zu leisten ist, im Grunde spielt es aber keine Rolle, wie es funktioniert. Hauptsache weg!
TGIF: thank god it’s friday! Dieser Tag wird dann zumindest nicht ganz so lange wie die beiden vorigen - hoffen wir! Das Hoch über Skandinavien hält sich beständig, es ist unglaublich, wie toll die Sonne scheint. Endlich, endlich schmilzt der Schnee signifikant, überall bilden sich kleine Bäche bzw. eher Rinnsale, unser Bach rauscht um so lauter. Der Weg ist frisch geschottert, Ove hat das definitiv nicht zum ersten Mal gemacht, das sieht man. So langsam kommen die ersten Maiglöckchen und die erste Krokus zum Vorschein, auch die erste Tulpe wagt sich im Beet rauszuspitzen. Ich hoffe, dass wir jetzt die letzte Nacht mit Frost hinter uns haben.
Die Küche sieht inzwischen wieder besser aus, der Aufbau ist in vollem Gange. Die Balkenkonstruktion für die Deckenpanelen ist komplett verlegt, die Elektriker hinken etwas hinterher so dass Conny die Wände noch nicht vollständig mit Rigipsplatten versehen kann. Dafür sind die ersten Bodenplatten bereits festgeschraubt. Die alten Konstruktionen sind immer wieder erstaunlich. Der Küchenboden besteht aus Holzdielen, auf die Spanholzplatten genagelt (!!!) wurden um auf die Spanholzplatten PVC-Boden zu kleben (oder war das Linoleum? halt irgend so ein kackbraun gemusterter Plastikboden, den man früher überall so hatte). Die Spanholzplatten können mithilfe eines Kuhfußes gut abgehoben werden - mit dem kleinen Nachteil, dass die ganzen kleinen Nägel im Boden stecken bleiben. Sieht witzig aus - solange man immer mit Schuhen die Küche betritt. Oder wenn man zusieht, wenn jemand in Strümpfen seinen Fehler bemerkt bzw. deutlich spürt.
Gegen halb drei wird die Arbeitswoche (bei uns) beendet und wir widmen uns dem Sortieren und zusammen tragen des ganzen Mülls bevor wir es uns auf der Veranda gemütlich machen, und sowohl ein Eis genießen als auch die Vorfreude auf den gegrillten Lachs genießen. Heute heißt es: die Grillsaison ist eröffnet!
neue Küche: Tag 1
neue Küche: Tag 1
Tag 2: die Deckenkonstruktion
neue Küche: Tag 2
Frühlingsboten: Maiglöckchen und Krokus
neue Küche: Tag 4
neue Küche: Tag 4
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