Värnamo hat nicht allzu viel für Touristen zu bieten, das Wetter wird ebenfalls schlechter, da fahren wir gleich weiter zum Tiveden Nationalpark. Den Campingplatz Stenkällegården fahren wir bereits zum dritten Mal an, bisher hat er uns sehr gefallen. Nach den anstrengenden Fahrtagen planen wir erst einmal bis zum Wochenende zu bleiben. Jetzt gibt es zum ersten Mal seit dem Einzug ins WoMo selbst gebackenes Brot, die Waschmaschine wird ausgiebig genutzt und ansonsten gegrillt. Allerdings lernen wir hier Mücken kennen, die wir bisher noch nicht kannten. Laut schwedischem Wikipedia handelt es sich um "Knotts", sind das die gefürchteten Blackflies? Auf alle Fälle sind sie unglaublich winzig, 2 mm groß und kommen deshalb auch durch das Fliegengitter durch. Leider sind die Stiche unglaublich lange sichtbar und leider jucken sich auch äußerst intensiv und lange und Staphisagria versagt bei diesen Mücken.
Am Freitag fahren wir dann mal einkaufen, Wasser ablassen und neu tanken, und dann nimmt das Drama seinen Lauf. Erst bieten wir unseren Campingnachbarn großes Kino beim Abstellen auf dem Platz - einen Meter vor, doch noch zurück, dann einen Meter nach links... - und dann will die Hubstützanlage das Fahrzeug nicht mehr ausrichten. Bei näherem Hinsehen, mehrmaligem Umrunden, hoch und runter fahren der Hubstützen ist klar: der Klügere gibt nach, in diesem Fall die linke hintere Hubstütze. Nach dem Ausfahren neigt sie sich immer weiter zur Seite, wird schiefer und schiefer.
So etwas passiert natürlich immer nur am Freitag Nachmittag, kurz vor dem Wochenende. Jetzt kennen wir den deutschen Ansprechpartner von HPC, telefonieren mit Orthos, mit HPC, recherchieren nach Werkstätten in Schweden, und und und. Das Ganze wird noch erschwert dadurch, dass wir mit dem Provider von unserer Sim-Karte, Tre, auf dem Platz keinen Empfang haben. Der Webmaster vom Campingplatz scheint leider Ahnung zu haben, den einzigen Anschluss, den sie zulassen, habe ich auf meinem iPhone, keine Möglichkeiten zur Nutzung des Hotspots oder ähnlichem.
Am Freitag Abend startet das Radrennen rund um den Vättern, etwa 300 km lang. Um 22 Uhr starten die Profis, ab 1 Uhr am Samstag Morgen werden die Amateure gruppenweise losgeschickt. Wie die Strecke genau verläuft bringen wir leider nicht in Erfahrung. Aber sie scheint über den Anfahrtsweg zum Nationalpark zu führen, deshalb beschließen wir bis Montag zu verlängern. Am Samstag spazieren wir zur Straße und feuern die Radler und Radlerinnen lautstark an. Die anderen Zuschauer, die mit Stühlen bereits an der Strecke sitzen, sind noch etwas zurückhaltend, aber meine Bravo-Rufe und Klatschen sind offenbar ansteckend und sie schließen sich unserem Getöse an. Die RadlerInnen sind immerhin noch in der Lage zu lachen, sich zu bedanken, zu winken - obwohl sie noch 90 km vor sich haben und es auch leicht bergauf geht. Etwas seltsam finde ich es schon, dass der Straßenverkehr überhaupt nicht angehalten oder in irgendeiner Form abgesperrt wird. Autos, Lkws und Busse fahren hinter und neben den RadlerInnen vorbei, das wäre nichts für mich.
Radrennen
Radrennen
Radrennen
Beim Spaziergang kommen wir an einer Kapelle mitten im Wald vorbei, Ösjökapell, die malerisch von Bäumen eingesäumt ist mit einem kleinen Friedhof. Ein paar Meter weiter oben an der Rennstrecke kommen wir wieder an die Straße und fotografieren auch mal einen Pulk, der gerade vorbei kommt.
Tividentrolle
Kapelle Karlsborg
Kapelle Karlsborg
Am Montag starten wir zeitig, wir wollen zu einer Werkstatt in Kristinehamn, die wir von HPC genannt bekamen. Es ist eine Werkstatt, die Wohnmobile repariert und auch vermietet, Nordic Husbilar. Schon die Dame am Empfang erklärt uns, dass es keine Termine gibt, sie sind komplett ausgebucht. Wir wollen nur wissen, ob man die Hubstützen reparieren kann oder ob sie ausgetauscht werden müssen und warten, bis jemand sich unser Problem anschauen kann. Der kommt auch, sieht sich die Fotos und auch die eine Hubstütze an und verspricht, sich mit HPC in Verbindung zu setzen und sich am Dienstag zu melden. Wir gehen daraufhin erst mal in Karlstad groß einkaufen, auch eine Sim-Karte von Telia, dem größten Telefonanbieter Schwedens, steht auf dem Einkaufszettel und dann suchen wir uns einen Campingplatz. Direkt am Nedre Fryken gelegen werden wir fündig, allerdings überzeugen uns weder die Sanitäranlagen noch der Platz an sich, er ist uns zu uneben und deshalb geht es am Dienstag weiter Richtung Norden, nach Mora.
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