Jetzt heißt es schon Abschied nehmen von Darwin, aufgrund des Klimas fällt uns das aber nicht so schwer. Der Shuttle-Bus bringt uns wieder zum Flughafen und ab geht es nach Alice Springs. Dort kommen wir pünktlich um 15:30 Uhr an, da ich allerdings noch aufs Klo musste, fuhr der Shuttle-Bus davon. Dumm gelaufen, denn wie lange hat die Autovermietung geöffnet? In Darwin bis 16:30 Uhr, also schnell ein Taxi rufen, und beeilen. Punkt 16:30 Uhr waren wir dort angekommen, fünf Minuten später, und das Büro wäre leer gewesen! Aber es hat noch geklappt, also Fahrzeugübernahme, Supermarkt, Campingplatz. Da wir nicht noch kochen wollten, fuhren wir noch mal nach Alice Springs rein, kauften guten Rotwein, und suchten ein Restaurant. Das ist gar nicht so einfach, wenn man großen Hunger hat, und keinen Führer mit Empfehlungen - bzw. diesen im Auto liegen lässt. Wir stellen mal wieder fest, dass die Australier von den Engländern abstammen, die keine Gewürze kennen, Hauptsache satt. nachdem wir im Hellen das Bett probeweise aufgebaut hatten, klappt das im Dunkeln dann wirklich gut, und so beschließen wir einen weiteren anstrengenden Tag.
Zeitig um 9:15 Uhr brechen wir auf, um zum Ayres Rock (Uluru) zu fahren. Auf dem Highway begegnen uns nur sehr wenige Autos und Road-Trains. Mit dem Tanken sind wir etwas vorsichtiger, in der Wüste ist das durchaus angebracht. Am Straßenrand wechselt die Vegetation, mal ist es nur roter Sand mit einzelnen kleinen Grasbüscheln, dann wieder viel, auch vertrocknetes Gras und höhere Büsche, dann aber auch niedrige Bäume. Mal liegt ein Rinderfell an der Seite, dann ein komplettes verendetes Rind, auch einen Dingo haben wir liegen sehen. Die Vögel, die beim Herannahen des Autos hochfliegen, sorgen dafür, dass diese Tiere nicht lange so liegen bleiben. Da wir früh auf dem Campingplatz im Ayres Rock Resort ankommen, beschließen wir, noch zu den Olgas (Kata Tjuta) zu fahren und dort den “Valley of the Winds”-Rundweg zu laufen. Für sieben Km 2,5 Stunden zu rechnen kommt uns ziemlich viel vor.
Straße zum Ayers Rock
Kata Tjuta
Kata Tjuta
Also starten wir kurz nach vier auf dem Parkplatz. Wasser haben wir uns extra noch besorgt, der Fotoapparat ist bereit, es kann losgehen. Auf einem herrlichen Rundweg geht es zwischen den Felsen durch, und über einige größere Steinhaufen drüber. Meine Bedenken (“vielleicht dauert es so lange, weil es so steil bergauf und -ab geht”) bewahrheiten sich, zum Teil muss man über Felsbrocken klettern, aber die Aussicht entschädigt alles. Es ist ein wundervolles Spiel von Licht und Schatten, die Sonne versinkt hinter den verschiedenen Bergkuppen, wir müssen oft stehen bleiben um zu fotografieren. Es wird auch für die Touristen gesorgt, es gibt mehrere Wasserstellen, die wir auch dankbar nutzen. Glücklicherweise sind wir so spät gestartet, dadurch gab es viele schattige Stellen, die normalerweise in der prallen Sonne liegen.
Nach dieser anstrengenden Wanderung brauchen wir auch nicht mehr viel, aber den Sonnenuntergang genießen wir noch von einem Aussichtspunkt, von dem aus man sowohl die Olgas als auch den Ayres Rock sehen kann.
Die Wüste: um 7 ist die Welt noch in Ordnung, um 8 sehnt man sich nach einem schattigen Plätzchen, um 9 geht es nicht mehr ohne Klimaanlage! Mit Fotostopps an diversen Aussichtspunkten kommen wir gegen 10 Uhr am Ayres Rock an, um den Weg außen herum zu laufen. Mit den Hüten gewinnen wir wahrscheinlich keinen Schönheitswettbewerb, die langen Jeanshosen sind auch tierisch heiß, aber für den sonnigen Rundweg ist das doch die angemessene Kleidung, wie wir den Rothäuten, die uns entgegen kommen, deutlich ansehen. Wir haben die brütende Hitze genau erwischt, die Sonne brennt gnadenlos auf uns herunter, der Fels und der Sand reflektieren noch die Hitze. Aber wir bekommen faszinierende Einblicke in diesen einsam stehenden Felsen, der rot leuchtet, an manchen Stellen wachsen grüne Büsche auf den Hängen, an anderen Stellen ist er richtig glatt ausgewaschen.
Blick zum Ayers Rock (Uluru)
Große oberflächenparallele Kluft (Desquamation)
Uluru
„The Brain“, Verwitterungserscheinung an der Nordostflanke
Aufstieg zum Gipfel
Völlig überraschend sind die Wasserlöcher, an die Stege führen, rote und blaue Libellen fliegen herum, in einem Wasserloch tummeln sich Tausende von Kaulquappen. Es bleibt rätselhaft, woher dieses Wasser kommt, aus kleinen Felslöchern entspringen Rinnsale, die den Fels hinab fließen. Um diese Wasserlöcher herum wachsen relativ hohe Bäume, dichtes Gras, vereinzelt blühen sogar Blumen. Ob sich die Touristen daran halten, nicht zu fotografieren, wo besondere heilige Stätten für die Aborigines gekennzeichnet sind? Es wird auf alle Fälle mit großen Schildern darauf hingewiesen, auch werden Pflanzen und Tiere erklärt, die dort leben. Im Kulturzentrum gibt es dazu noch genauere Beschreibungen, dort werden auch die Aborigines vorgestellt, die zu Ranchern ausgebildet wurden, und die die Kultur weiter erzählen an die Weißen um sie weiter zu erhalten.
Heute müssen wir unseren Wasservorrat aufstocken, die Dusche ist auch so gut wie nie zuvor, aber hier lohnt es sich wenigstens - für ein paar Stunden.
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