Karte Melbourne / Great Ocean Road
Auch heute ist es wieder wolkig, und so verlassen wir die Luxus-Cabin, um uns noch Wasserfälle anzusehen. Vom „Wonderland Carpark“ aus wandern wir erst den längeren Weg zu den „Turret Falls“. Obwohl der Weg als „medium“ eingestuft ist, ist dies ein einfacher Wanderweg durch den Wald. Die Wasserfälle sind nicht sehr spektakulär, aber der Weg dorthin hat sich gelohnt. Zum Parkplatz zurückgekehrt geht es in die andere entgegengesetzte Richtung zu den „Splitter Falls“. Hier ist das „medium“ wieder eher angebracht, man muss über Felsbrocken klettern, teilweise auf äußerst schmalen Pfaden durch die Felsen hindurch klettern, und das alles erst einmal bergab. Nach einer Holzbrücke geht der Weg weiter durch den Wald und durch meterhohen Farn, vorbei an uralten Eukalyptusbäumen, bis man direkt am Fuß des Wasserfalls herauskommt. Hier bekommen wir das wechselhafte Wetter zu spüren, es fängt zwischendurch immer wieder an zu regnen, bevor dann wieder die Sonne herauskommt. Der Anstieg zum Parkplatz ist anschließend viel anstrengender als der Abstieg vorher zum Wasserfall. Wir sind uns einig: umgekehrt gefällt es uns besser!
Mit dem Auto geht es dann die kurvenreiche Straße weiter zu den „Mackenzie Falls“. Auch dort geht es erst einmal abwärts zum Fuß des Wasserfalls. Hier ist der Weg komplett betoniert, mit 263 Stufen dazwischen. Der Abstieg ist einfach, der Anblick herrlich. Dieser Wasserfall ist doch etwas höher (als die anderen) und die Felswand, an der das Wasser herabstürzt ist glattgeschliffen. Der Anstieg zum Auto zurück ist wiederum anstrengend, wir schaffen es aber gerade noch so. Diese Tour genossen wir auch bei durchgehendem Sonnenschein.
Koala
The Grotto, Great Ocean Road
London Bridge, Great Ocean Road
Danach verlassen wir die Grampians in Richtung Süden, auf dem Weg zur „Great Ocean Road“. Die Landschaft ändert sich jetzt von den felsigen bewaldeten Hügeln der Grampians zu sanften Grashügeln, die nahezu runde Kuppen besitzen. Der Beginn der „Great Ocean Road“ ist noch mitten im Binnenland doch nach ein paar Kilometern (auf denen wir einen Koala auf der Straße entdeckt haben) fahren wir endlich auf den Indischen Ozean zu. Die Küste wird von hohen gelblichen, steil abfallenden Felsen gebildet, die bizarre Muster bilden. Es weht ein stürmischer Wind als wir die Sehenswürdigkeiten nacheinander anfahren: die „Tower Bridge“, die „Loch Ard Gorge“, an der ein Schiffswrack (irgendwo unter Wasser) liegt, und die „12 Apostel“ (die man wahrscheinlich nur von der Seeseite erkennen kann). Durch den starken Wind werden die Wolken wieder dichter und schwärzer, es wird auch kälter und so setzen wir die Fahrt fort bis „Apollo Bay“. Dort kommen wir pünktlich zur Ladenschlusszeit um halb sieben an, und ergattern gerade noch eine Cabin. Zur Belohnung für diesen anstrengenden Tag gönnen wir uns noch ein Essen beim Italiener, das erste Mal, dass Heiko mit seiner Pizza zu kämpfen hat (er hat natürlich gewonnen!), und jetzt wissen wir auch, wie groß eine „full carafe“ ist: 1 Liter!
Leider regnet es immer noch (oder wieder?) und so starten wir in Richtung Norden und Landesinnere. Die „Great Ocean Road“ folgt noch eine Weile der Küste bis es ab „Anglesea“ ins Binnenland geht. „Geelong“ ist eine größere Stadt, ab hier wird der Verkehr dichter und der Freeway nach Melbourne beginnt.
Dort angekommen folgen wir dem Schild „City“ bis wir mittendrin sind und am Botanischen Garten stehen. Dies ist der größte und schönste Botanische Garten, den wir je gesehen haben, eine unglaubliche Vielfalt von verschiedenen Bäumen, Büschen, Sträuchern, Palmen, Kakteen, Blumen, alles inmitten von Grasflächen, die man nicht nur betreten darf, es sind auch überall Bänke aufgestellt, ein See zieht sich durch den Park, man kann Vögel füttern, es ist einfach fantastisch! Nach einem ausführlichen Spaziergang durch den Park fahren wir weiter durch das Stadt-Zentrum und schlendern noch kurz über die Fußgängerzone „Swanston Street“. Nach der Ruhe der letzten Tage und Wochen ist die Hektik der Großstadt schnell unangenehm und wir setzen unsere Fahrt in nördlicher Richtung fort.
Skyline, Botanischer Garten, Melbourne
Botanischer Garten in Melbourne
Botanischer Garten in Melbourne
Kaum zu glauben, wie weit sich der Verkehr in die Stadt rein und raus staut. Froh, wieder auf dem Freeway und aus dem Verkehrschaos herausgekommen zu sein, fahren wir durch ruhigere Gegenden bis nach „Seymour“, wo wir uns ein Essen in einem teureren (wahrscheinlich dem einzigen) Restaurant gönnen.
Entweder wir waren fix und fertig oder wir gewöhnen uns an die bandscheibenmordenden weichen Betten, in denen man sich in der Mitte trifft. Nachdem wir leicht verschlafen haben, geht es weiter in Richtung Alpen. Auf den Straßen ist wieder fast gar kein Verkehr, die Strecke ist auch nicht weit und so kommen wir gegen 13 Uhr in „Bright Park“ an. Der Caravan Park, bei dem wir Vergünstigungen bekommen, hat nur noch eine „deluxe Cedar Villa“ frei - aber man gönnt sich ja sonst nichts.
Nachdem wir uns kurz orientiert haben begeben wir uns auf den „Cherry Walk“, der zwar nichts mit Kirschen oder Kirschbäumen zu tun hat, aber auf einem malerischen schmalen Pfad durch den Wald führt, am Ufer des „Oven Rivers“ entlang. Die Distanz-Angaben auf den Tourenführern stimmen irgendwie nicht so ganz, dafür aber die Zeit, die dafür angegeben wird. Auf dem Weg entdecken wir die ersten frei lebenden größeren „Lizards“ (Leguane?). Auf der ganzen Strecke duftet es würzig nach verschiedenen Gewürzen, wir haben offenbar eine gute Zeit erwischt, überall blühen die Bäume und Blumen. Zweimal überqueren wir den Fluss, jeweils auf abenteuerlich schwankenden Brücken, die aus drei nebeneinander liegenden Holzdielen bestehen mit Drahtseilen als Geländer. Da ist Gleichschritt angesagt, wenn man nicht das Gleichgewicht verlieren und herunterspringen mag.
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